What a Day

 

 

Noah goes Tower Bridge

 

Im November 2017 haben Ernst und ich überlegt, wie wir den TA8 so gestalten können, damit alle eine schöne Erinnerungen mitnehmen können. Vor etwa einem Jahr erzählte mir ein lieber Freund voll Euphorie: „Wenn du unter Segel die Themse rauf fährst machen sie die Tower Bridge für dich auf.“ Also bin ich auf die Tower Bridge HP und fand Infos über die „Bridge Lifting Times Die Zuständigen sind sehr nett (sehr britisch halt) und zwei Mails später hatten wir unsere „Confirmation of bookin“ von der City of London im Posteingang.

 

Eine Themsenfahrt ist natürlich keine Geheimwissenschaft, es bedarf aber trotzdem einiger Vorbereitung. Die Themse gehört zu den am meist befahrenen Seestrassen Englands und hier gelten dieselben Schifffahrtsregeln wie etwa auf der Nordsee. Dazu kommt die starke Gezeitenströmung in beide Richtungen.

 

Am 17.2 um 0830 legten wir von Ramsgate, der einzige Hafen Englands mit dem offiziellen Beinamen Royal Harbour, Richtung Queenborough Harbour ab. Dort warten wir 12 Stunden um am nächsten Tag um 0700 mit der Flut unsere Reise fortzusetzen. Nach 30min biegen wir in die Themse Richtung London ein und fahren bei bei starker Strömung und viel Verkehr 42 Seemeilen stromaufwärts Richtung St. Katherines Dock Marina. Die Einfahrt durch die Schleusenkammer ist nur bei Flut-Höchststand mit einem minimalen Zeitfenster möglich. Um 12:30 ist London VTS am Funk: Ein sehr netter Mensch weist uns darauf hin, dass wir auf der rechten Seite zu bleiben haben und nicht in der Flussmitte herumgurken sollen. Dann gibt er uns die Freigabe für die Durchfahrt der Thames Barrier, dem imposanten Gezeitensperrwerk. Die erste Etappe ist getan, das Warten auf den großen Tag beginnt.

 

Am Samstag den 24.2 um 07:00 schleusen wir aus und legen an einen organisierten Privatliegeplatz fest und müssen bis 1230 warten.

 

Die Bedingungen könnten gar nicht besser sein: Blauer Himmel, Wind aus der richtigen Richtung und gute Stimmung. Wir beginnen Großsegel und Besan zu setzen und kaum damit fertig kommt der Funkspruch des Brückenmeisters auf Kanal 14:

„Sailingvessel Noah, this is Tower Bridge. The Bridge is open for you at 1300. Please dont pass before you see the green Lights, Over“.

Dann geht eigentlich alles sehr schnell. Eine Wende über Steuerbord, mit Wind von achtern, noch die Vorsegel setzen und ab gehts Richtung Brücke. Schon während der Anfahrt öffnet sich die Tower Bridge und um Punkt 13:00 wechselt das Signallicht auf Grün. Unter dem Jubel der Touristen und zu Clemens Dudelsack klängen fahren wir mit allen Segeln gesetzt stromauf durch.

Danach machen wir eine Wende neben der HMS Belfast, bergen die Vorsegel und fahren um 1330h durch die ein zweites Mal geöffnete Brücke wieder stromab.

 

Die Planung, die Vorbereitung, die Zusammenarbeit am Schiff, die Fahrt – alles perfekt gelaufen. Alles in allem ein unvergesslicher Tag im TA8 und ein Erlebnis für alle Beteiligten.

 

Nautisch gesehen ist die Tower Bridge nur eine Klappbrücke. Eine von vielen durch die wir mit der Noah schon durchgefahren sind. Für mich persönlich ist sie das schönste Brückenbauwerk der Welt.

 

Alfred „Assi“ Moser für das

TA8 – 2018

 

Andreas, Clemens, July, Lukas, Martin Eda, Lisa, Matthias, Sebastian

Assi und Ernst

 

PS: Danke von der TA8-Crew an Herbert, Leo und Nicole, dass ihr das ermöglicht habt.